Banned for life

Seit Volker Lux mit dem von ihm gegründeten, gemeinnützigem Verein SKATE VERT! e.V. im Jahr 2007 einen großen Halfpipe- und Bowlcontest im I-Punkt-Skateland organisiert und durchgeführt hat, wurde er von Frank Martens lebenslänglich aus der Halle verbannt.


Wer ist Frank Martens?

F.M. ist seit Jahrzehnten Geschäftsführer des I-Punkt Skateland e.V. und Inhaber des gleichnamigen Geschäftsbetriebs.


Wie kam es zum Hallenverbot?

Lux sollte am Event-Sonntag 260€ bezahlen. Er bat um eine Rechnung und wunderte sich, dass da nun auf den Betrag Mehrwertsteuer oben drauf geschlagen worden war. Lux erkundigte sich bei Martens, warum er am Sonntag 260 brutto, nun aber 260 netto zahlen sollte. Martens erklärte ihm, dass die Zahlung am Sonntag an den Skateland e.V. geflossen sei. Lux hätte aber eine Rechnung gewünscht, und der Verein könne keine Rechnung stellen. Daher kommt die Rechnung nun von der gleichnamigen Firma (mit selben Logo) und die müsse Mehrwertsteuer erheben. Das machte Lux stutzig, denn er ist selber seit Erreichen der Volljährigkeit Vorsitzender vom SuBCulture Bonn e.V. gewesen und kannte sich einigermassen aus. Zur Sicherheit vergewisserte er sich beim Hamburger Sportbund über die Richtigkeit von Martens Aussage. Dort erkannte eine Fachkraft Martens‘s Aussage gleich als falsch an und warnte Lux, diese falsche Rechnung zu begleichen: „Jeder Verein kann eine Rechnung stellen, und wenn am Sonntag der Leistungserbringer der Verein war, DARF auch niemand anderes diese Rechnung stellen.“ Da die Rechnung nicht an Lux privat ging, sondern an den Skate Vert! e.V., dessen Gelder Lux treuhänderisch verwaltete, hätte Lux sich strafbar gemacht, wissentlich eine falsche Rechnung zu begleichen: das wäre einer Veruntreuung gleichgekommen.


„Sie können die Rechnung einfach ignorieren“. Das kam für Lux nicht in Frage, denn er kannte Frank Martens und wusste, dass das zu harten Massnahmen geführt hätte, bis hin zu einem Hallenverbot. Eine Reaktion war umgehend erforderlich. Daher wurde gleich ein freundliches Schreiben aufgesetzt:

Sehr geehrter Herr Martens

Nach eingehender Prüfung Ihrer Rechnung, u. a. durch den für den HSB tätigen Wirtschaftsprüfer, müssen wir Ihnen mitteilen, dass Ihre Rechnung nicht korrekt ist – ganz abgesehen von dem erneuten Additionsfehler.

Bitte stellen Sie uns erneut eine Rechnung, und zwar vom tatsächlichen Leistungserbringer Skateland e.V. aus, über den vereinbarten Preis.

Mit freundlichen Grüßen,

Am nächsten Abend wollte Lux skaten gehen, da wurde ihm von der Tresenkraft gesagt, er hätte Hausverbot, weil die Rechnung nicht beglichen sei. Es kam zum Telefonat mit Martens, in dem Lux freundlich blieb und Martens noch mal erklärte, warum er die Rechnung gar nicht begleichen könne. Am Ende meinte Martens: So, entweder Du versprichst mir, morgen die Rechnung zu begleichen, dann ist alles in Ordnung. Oder Du kriegst lebenslänglich Hallenverbot. Lux antwortete: „Frank, kein Problem, schick mir eine korrekte Rechnung und ich begleiche sie sofort“. Martens: „Habe verstanden. Lebenslänglich Hallenverbot“.

Lux hatte die „Dreistigkeit“ besessen, sich auch nach dem Telefonat nicht zu der Veruntreuung nötigen zu lassen.


3 Monate später meinte Mitarbeiter Sönke zu Lux „Es kann doch nicht sein, dass jemand wie Du hier Hausverbot hat, unterhaltet Euch doch mal wie zwei Erwachsene, das muss doch zu regeln sein“. Lux gab dem Gespräch eine Chance, wenn Zeugen dabei sind, und so kamen Sönke und Jonn Rübcke mit.

In diesem Gespräch stornierte Martens die falsche Rechnung und stellte 2 neue auf, die Lux gleich am nächsten Tag bezahlte. Bar, wie erneut von Martens gewünscht, und inklusive der Mahngebühr aus der falschen Rechnung!! (das wollte Lux erstmal nicht einsehen, schließlich kam es ja zu keinem Verzug einer legal bezahlbaren Rechnung, aber Martens bestand drauf, und so nahm Lux das hin.)

Martens versprach, sich dafür einzusetzen, dass das Hallenverbot bei der nächsten Mitarbeiterversammlung aufgehoben wird. Aber Lux solle noch eine Erklärung unterschreiben, dass er sich an die Hausordnung hält.

Ca. 1 Monat später fand die MA-Versammlung statt und das Verbot wurde aufgehoben, unter der Bedingung, Lux unterschreibt eine Erklärung:

5 Punkte, mit denen Lux noch nie in Konflikt geraten war, aber die so formuliert waren, dass jeder, dem das vorgelegt worden wäre, zu einer sehr negativen Einstellung zu Herrn Lux gelangt worden wäre. Schliesslich beinhalten die Formulierungen die Behauptung, Lux hätte eine Straftat begangen ("keine weiteren Betrugsversuche")

Lux unterschrieb es, aber strich die Wörter „weiteren“ und „zukünftig“. Das genügte Martens nicht – er wollte Lux diese Schuldeingeständnisse ohne jegliche Änderung unterschreiben lassen.


Nach 10 Jahren nahm Lux einen neuen Anlauf: Er schrieb Martens eine unterwürfig formulierte Email, bat darum, das Kriegsbeil zu begraben, und bot eine Win-Win-Situation an: Lux hatte seine Skate-School zum Hauptberuf gemacht und könnte viele Schulklassen und andere Gruppen in die I-Punkt-Halle führen – schließlich hat die Halle nach wie vor Monopolstellung in Hamburg.

Martens nahm das Friedensangebot an! Auf Lux erfreute Antwort mit der Frage, wann Lux denn mit den ersten Klassen kommen könnte, antwortete Martens: die Klassen können sofort kommen, das Hallenverbot aber bleibt für Lux lebenslänglich bestehen.


Seit 34 Jahren ist Lux‘ grosse Leidenschaft das Halfpipefahren. Schon 1986 baute er erstmals – komplett ehrenamtlich – eine Halfpipe, 1991 plante er Europas grösste Halfpipe und leitete den Bau und investierte weit über 1000 Stunden komplett ehrenamtlich in den Bau und Betrieb. Seine Marke „subVert“ trägt den Claim: „support for vert addicts“ - Unterstützung für Halfpipe-Süchtige.

Durch das Hallenverbot wird Lux seiner Leidenschaft beraubt. In der kalten, nassen Jahreshälfte müsste er über 500 km reisen, um mit anderen eine Halfpipe-Session zu fahren. Im Sommer stehen immer noch 260km an. Zwar ist die nächste Halfpipe in Bremen (120km), dort müsste Lux aber alleine skaten, denn es gibt keine lokale Vert-Szene.


Das Bizarre an Frank Martens ist, dass er seit Jahrzehnten Fachwart für Skateboarding und Aggressive Inline ist. Dabei wurde er weder von Lux noch von irgendwem aus seinem Bekanntenkreis jemals auf einem Skateboard fahrend gesichtet. Dabei wurde er nie von Skateboardern zum Vorsitzenden des Vereins gewählt, da der Verein nicht auf Aufnahmeversuche reagiert. Und auch zum Fachwart wurde er noch nie von Skatern gewählt, denn darüber entscheidet ein Gremium des Hamburger Eis- und Rollsportverbands. Als Lux einmal bei der Wahl zum Fachwart antrat, erhielt er fast die Mehrheit der Stimmen. Aber zuletzt ging eine Hand hoch von einer Frau, die den HSV vertrat, und der hatte 8 Stimmen. Somit fiel die Wahl erneut auf eine Person, die auch bei Treffen der deutschen Fachwärte negativ auffällt, dadurch, dass Martens, wenn er denn kommt, nichts beiträgt.

Ein Süddeutscher Fachwart schrieb mir: „Yep, Frank Martens - mit dem hatte ich auch schon Kontakt. Wollte von ihm wissen, warum er sich nicht einbringt, da meinte er "die Flut an Mails der SK und blahblah" - hab ihm dann nahegelegt, sofort sein Amt niederzulegen wenn er es nicht mal auf die Kette bekommt, Mails zu lesen, geschweige denn zu beantworten usw. Kam keine Antwort mehr, das ist ein (XXXXXX) vor dem Herrn."


Der Spirit im Hause I-Punkt:

Wie/warum/wann kam es eigentlich zum I-Punkt-Skateland?
Die Halle entstand, in einer Zeit, als Pionier Titus Dittmann in Münster die ersten Millionen-Umsätze mit Skateboarding fuhr. Und nachdem der Hamburger Millionär Thomas "I-Punkt" Friese wegen grober Unsportlichkeit und Betruges international aus dem Segelsport verbannt werden sollte, wie man heute noch im Spiegel-Archiv nachlesen kann. Die I-Punkt war aus dem Verkehr gezogen, der Ruf war ruiniert. Es musste was neues her.

Da kam es offensichtlich genau recht, dass sein Sohn skatete und er dadurch auf diesen boomenden Sport aufmerksam wurde. Einer der besten Hamburger Skater machte ihn darauf aufmerksam, dass eine Skatehalle fehlte. Und I-Punkt verfügte über eine Halle in der Amsinckstrasse, die er dann umfunktionieren liess.

Ein Jahr lang finanzierte er alles selber (was die Kosten für die Teilnahme am Admirals Cup wohl nicht überschritten), danach ging er zum Senat und es wurden in der Folge Millionen an Steuergelder in das Skateland gebuttert. Das war bestimmt auch den wenigen auserwählten Mitgliedern zu verdanken, wie Michael Osterburg von den Grünen und Frau Veit von der SPD, wir Jonn Rübcke damals berichtete.



Es wäre interessant, wieviel der Namensgeber des Skatelands in die Halle investiert hat, seit Anfang der 90er.
Normalerweise zahlen ja Titelsponsoren, wie z.B. NIke, dem Namensgeber der Berliner Skatehalle "Nike Shelter".


In Hamburg laufen die Geschichten anders. Leider.